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  Transfer GPI-verankerter Proteine als therapeutischer Ansatz?
Verfasst am Wednesday, 18.05.2005

PNH Transfer GPI-verankerter Proteine aus Spender-Konserven auf körpereigene defekte Zellen von PNH-Patienten wurde nachgewiesen. Ist damit ein neuer therapeutischer Ansatz in Sicht?

Transfer GPI-verankerter Proteine auf defiziente Zellen im Anschluss an Erythrozyten-Transfusion bei PNH

Bei PNH führt eine erworbene Mutation des PIG-A – Gens dazu, dass GPI – verankerte Proteine auf den Zelloberflächen betroffener hämatopeietischer Zellen (Blutkörperchen) fehlen. Aus der Abwesenheit GPI-verankerter Proteine auf den Erythrozyten ergibt sich eine höhere Anfälligkeit dieser Zellen für komplement-bedingte Zerstörung, was wiederum in einer hämolytischen Anämie mündet.
In vitro, d.h. im „Reagenzglas“, wurde mittlerweile nachgewiesen, dass eine Übertragung GPI-gebundener Proteine vom Typ CD55 und CD59 von Mikrovesikeln auf GPI-defiziente Erythrozyten gelingt, und dadurch fehlenden Proteine auf den Erythrozyten ersetzt werden, so dass sie in ihrer Funktionsweise nicht mehr beeinträchtigt sind. Da Mikrovesikel wiederum in Erythrozyten – Blutkonserven von Spendern häufig vorkommen, könnte durch Transfusion übertragenes Blut als Quelle für fehlende CD55 und CD59 - Proteine angesehen werden und somit defiziente Erythrozyten des Empfängers wiederherstellen.

Dieser Hypothese wurde nun nachgegangen, indem bei 6 PNH - Patienten (in vivo) untersucht wurde, ob die GPI - verankerten Proteine der Konserve auf die defizienten Erythrozyten transferiert wurden und diese quasi „reparierten“.
Alle Patienten hatten die Blutgruppe-A1 und erhielten 3 Konserven von „gewaschenem“ Blut der Blutgruppe Null. Zwischen den Blutgruppe-A1 - Zellen der Patienten und den transfusionierten Blutgruppe-Null - Zellen wurde unterschieden, indem mittels Durchflusszytometrie die A1 - Zellen mit einem markierten Lecithin Dolichos biflorus versehen wurden, das nur an Zellen mit der Blutgruppe A1 bindet.

Bei allen Patienten wurden über einen Zeitraum von einem, drei und 7 Tagen eine Zunahme des CD59-Markers auf eigenen Erythrozyten sowie Granulozyten gemessen, so dass eine Übertragung der gespendeten Proteine auf eigene Blutzellen stattgefunden haben muss und dadurch die Funktion der eigenen Zellen zeitweise verbessert wurde.
Die Ergebnisse versprechen neue therapeutische Ansätze bei schwerer PNH durch die Übertragung fremder GPI – verankerter Proteine auf körpereigene defekte Zellen von Patienten.

Quelle: “Transfer of glycosylphosphatidylinositol-anchored proteins to deficient cells after erythrocyte transfusion in paroxysmal nocturnal hemoglobinuria”
Elaine M. Sloand, Lori Mainwaring, Keyvan Keyvanfar, Jichun Chen, Jaroslaw Maciejewski, Harvey G. Klein, and Neal S. Young
Blood, 1 December 2004, Vol. 104, No. 12, pp. 3782-3788. Quellenangabe


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