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AA - Behandlung

Welche Behandlungsarten stehen bei Aplastischer Anämie zur Verfügung?

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Wachstumsfaktoren

Als körpereigene Substanzen regen Wachstumsfaktoren die Blutproduktion an. Obwohl die meisten AA-Patienten schon einen hohen Spiegel von Wachstumsfaktoren im Blut aufweisen, bewirken sehr hohe Dosierungen mitunter, dass die Blutproduktion ansteigt.
Zur Verbesserung der Blutwerte werden die vielfältigen Wachstumsfaktoren einzeln oder in Kombination eingesetzt. Die Produktion roter Blutkörperchen lässt sich ggf. erfolgreich durch Anwendung von Erythropoetin (EPO) (unter dem Markennamen Epogen, Procit, Aransesp) stimulieren. Indem Erythropoetin mit weiteren Wachstumsfaktoren wie Granulozyten-Kolonien stimulierender Faktor (G-CSF, Filgrastim, Neupogen) oder Granulozyten-Macrophagen-Kolonien stimulierender Faktor (GM-CSF, Sagramostim, Leukine) kombiniert wurde, konnte kürzlich mutmaßlich die Effektivität von EPO gesteigert werden. Solche kombinierte Therapien sprechen bei ca. 40% der Patienten an. Ausschließlich verabreicht, bewirkt G-CSF bei einigen Patienten die Anregung der Produktion Weißer Blutkörperchen. In Kombination mit einer ATG – CsA Therapie konnte die Überlebensrate der Patienten durch Anwendung von G-CSF nicht nachweislich gesteigert werden.
Viele weitere Wachstumsfaktoren werden derzeit auf ihre Wirksamkeit geprüft. Bei keinem konnte bislang eine Wirksamkeit für alle Patienten erzielt werden und solche, die darauf ansprechen, sind dauerhaft auf die Einnahme angewiesen. Wachstumsfaktoren helfen dem geschädigten Knochenmark die Blutproduktion anzukurbeln, jedoch beseitigen sie den Schaden nicht. Daher sind die Wachstumsfaktoren als eine Unterstützung zur Blutproduktion anzusehen, die solange in Anspruch genommen werden kann, bis Behandlungen verfügbar sind, die den Schaden beheben.

Weitere Behandlungsformen

Während bei den meisten Patienten mit AA eine der o.g. Therapien zur Anwendung kommt, gibt es für solche Fälle, in denen dies nicht möglich ist oder nicht sinnvoll erscheint, weitere Alternativen.
Sie beruhen auf alternativen immunsupressiven Medikamenten bzw. Therapien, Stimulantien für das Knochenmark (Zytokine) sowie Stammzellenfaktoren oder spezifischen Hormonen (Androgene).
Viele der abweichenden Behandlungsformen gelten als nicht etabliert und werden durch klinische Studien an Universitäten begleitet, anhand dessen ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit erst nachgewiesen werden soll.

Behandlungen auf der Basis von Kräutern, Vitaminen oder sog. Alternative Behandlungen sind mit Vorsicht zu genießen und können unter Umständen vorherig erzielte (Teil-) Erfolge in Frage stellen. Bevor derartige Methoden ausprobiert werden, sollte eine Konsultation beim behandelnden Hämatologen erfolgen. Auch auf die Ernährung ist zu achten, wenn man die Blutproduktion unterstützen möchte. Folsäure und Vitamine können nachweislich auch gegenteilige Wirkung entfalten.

Quellen:
"Acquired Aplastic Anemia - Basic Explanations", APLASTIC ANEMIA & MDS INTERNATIONAL FOUNDATION, INC., P.O. BOX 613 ANNAPOLIS, MARYLAND 21404-0613 U.S.A., Übersetzung: Aplastische Anämie - Grundlegende Erläuterungen


"Knochenmark- und Stammzellentransplantationen – Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige", Hermann Delbrück, Novartis, Verlag W.Kohlhammer


"Marrow Failure", Elaine M. Sloand, National Heart, Lung and Blood Institutes of Health, 1600 North Oak Street, 1820 Arlington, Virginia, USA, Hematology 2004, S. 325-330


Die Ausführungen richten sich strikt nach den entsprechenden Informationen der Patientenbroschüre zum Thema "Aplastische Anämie" der staatlich unterstützten US-Amerikanischen Stiftung für Aplastische Anämie und MDS (AAMDS) und wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt.


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publiziert: 2005-05-24

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